Neunzehntes Kapitel und Möwen futtern

Hey ihr Lieben, ratet mal, wer aus dem Urlaub zurück ist – genau ^^ Deshalb habe ich gestern auch erstmal meinen Montags-Post verpasst, aber hey, Koffer packen sich nicht von alleine aus und Plötzlich Prinzessin guckt sich nicht von selber, hehe. Das Schild da oben steht genau in dieser Form irgendwo am Strand in Hohwacht, süß oder? Die Art von Sachbeschädigung gefällt mir. Von unserem Urlaub, meinen Aktivitäten (hauptsächlich mit zu lauter Musik in den Ohren rum laufen) und so schreibe ich die Tage, wenn ich alle Fotos beisammen habe. Heute Abend gehen die Plötzlich Prinzessin-Chaoten und ich ins Kino, bevor der Alltag uns wieder hat, wollen wir unbedingt noch Suicide Squad gucken. Allein schon wegen des Soundtracks. Kapitel Nummer 19 könnt ihr direkt hier lesen, oder ihr macht euch einen ersten Eindruck mit der Leseprobe hier. Viel Spaß 🙂

19. Kapitel

How you get the girl – Taylor Swift

Am Freitag war Jasmin wieder in der Schule. Sie schaffte es dabei aber, mich durchgehend zu ignorieren. Wir hatten freitags zwar nur sechs Stunden, wovon ich die letzten beiden sowieso mit Aaron und meinem Philolehrer in einem Raum verbringen durfte (juhu!), aber zwischen den Doppelstunden gab es immer noch zwei Pausen.

Und in denen hielt sie sich so weit entfernt von mir auf, wie es ging, ohne die Gruppe zu verlassen. Die bestand heute nicht nur aus ihr, Lea, Olivia und mir, sondern auch noch Jenny und Tommy. Die beiden hatten wohl noch irgendetwas wegen des Songs für nächsten Samstag mit Lea zu klären und blieben dann einfach bei uns stehen, nachdem sie das erledigt hatten. So konnte Jasmin mal wieder mit ihren Bandkollegen quatschen und ich schrieb noch schnell den Rest der Bildanalyse ab, die Olivia und ich letzte Woche in Deutsch verfasst hatten.

Es handelte sich dabei um ein Standbild aus irgendeinem historisch bedeutsamen Film, aber ich war im letzten Drittel nicht mehr ganz mitgekommen. Was hatte so ein Film auch im Deutschunterricht zu suchen? Olivia jedenfalls wirkte nicht so, als ob sie unserer Freundschaft auch schon abgeschworen hätte. Das war nämlich ehrlich gesagt meine Befürchtung gewesen: dass sich nicht nur Jasmin gegen mich stellte, sondern meine anderen Freundinnen gleich mit. Aber das schien nicht der Fall zu sein, zumindest erzählte Olivia mir genauso zusammenhangloses Zeug wie sonst auch, während ich die letzten Sätze aus ihrem Heft kopierte.

„Jedenfalls hat Agathe jetzt einen stabileren Käfig bekommen, aus Leichtmetall oder so. Aus dem sollte sie jetzt nicht mehr ausbüxen können. Du glaubst gar nicht, wie froh ich war, als sie wieder drin saß! Und Stella auch. Also, sie sitzt nicht auch in Agathes Käfig, das wäre ein bisschen eng, sondern sie war auch ziemlich erleichtert, als wir ihre Spinne wieder eingefangen hatten. Eigentlich hat sie aber nur geholfen, den Käfig zuzumachen, sie hat donnerstags immer noch einen Nachmittagskurs, deshalb durfte ich mich bis kurz vor sieben alleine mit dem Viech auseinander setzen.“

Viech? So toll fand sie die Vogelspinne dann wohl doch nicht mehr. Ging mir genauso. Aber schon, seitdem Stella sich ihren Liebling vor einem Jahr angeschafft hatte.

„Dann war dein Tag gestern ja genauso toll wie meiner. Obwohl, war das nicht schon am Dienstag? Genau, da hab ich dich doch angerufen. Warum erzählst du das denn erst heute?“

„Na ja, weil meine Mutter erst gestern den neuen Käfig gekauft hat und Agathe bis abends um sieben auf unserem Geschirrspüler saß. Und zwar mitten auf meinem Lieblingsteller, ausgerechnet. Der mit den kleinen Herzen drauf. Keine Ahnung, ob ich den nochmal benutzen werde.“

Das war dann das Stichwort für die Pausenklingel. Ich verabschiedete mich von den anderen, die fast alle in bester Stimmung zum Unterricht gingen (Jasmin mal ausgenommen, sie guckte seit gestern ziemlich böse). Während Lea ihre Fußbälle schoss und Olivia fleißig Kostüme schneiderte, konnte ich mich mal wieder durch neunzig Minuten mit meinem Lieblingskurs quälen. Die anderen hatten also allen Grund, schon in Wochenendstimmung zu sein, ich eher weniger. Ich schloss mich einer Gruppe von Leuten an, die auch auf dem Weg zu Philosophie waren, sie beachteten mich aber nicht weiter. War mir auch lieber so.

Ich döste ein bisschen auf meinem Platz vor mich hin und verschob meine Federtasche von der einen Seite des Tisches auf die andere, bis Herr Falz endlich kam und mit seinem einschläfernden Unterricht begann. Es heißt ja immer, in Philo könne man so richtig seine Meinung sagen und egal was du behauptest, es ist richtig. Aber bei Herrn Falz kamen wir nur selten dazu, eine Diskussion anzufangen, weil er selbst meistens gar nicht wusste, um welches Thema es gehen sollte. So war es auch diese Stunde wieder: aus Ermangelung richtigen Materials sollten wir einfach die Aufgaben im Buch bearbeiten, die wir bis jetzt noch nicht gemacht hatten. Währenddessen saß Herr Falz hinter seinem Pult, trank wässrigen Kaffee und versuchte, sich über das derzeitige Unterrichtsthema klar zu werden.

Statt mich wahlweise mit gerechtem Krieg oder Sterbehilfe auseinander zu setzen (sehr erheiternde Themen, wirklich), beschäftigte ich mich lieber mit der Frage, ob ich Jasmin noch etwas Zeit geben sollte, bevor ich zu meinem Überzeugungs-Angriff ansetzte.

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